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Nadel des Sozialverbandes „Reichsbund“. Ohne Datum (vermutlich um 1980).

„…Der Verband wurde am 23. Mai 1917 unter dem Namen Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten in Berlin gegründet, um erstmals die Versorgungsansprüche der Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs und ihrer Hinterbliebenen durchzusetzen. 1918 erfolgte die Umbenennung in Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer. Mitbegründer und Vorsitzender war bis 1919 der sozialdemokratische Politiker Erich Kuttner. Er wird gemeinsam mit dem Gewerkschafter Richard Heckmann zum gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt. … Viele der Gründerväter … kamen aus der Arbeiterbewegung und gehörten sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften an. Der Reichsbund war aber parteipolitisch neutral. Seit 15. Januar 1919 können auch Frauen Mitglied werden. 1922 gehörten 830.000 Mitglieder dem Reichsbund an. Am 4. September 1924 erfolgt die Gründung der späteren gemeinnützigen Reichsbund Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft. Von 1924 bis 1933 befindet sich die Zentrale in der Stralsunder Straße in Berlin. Mit 100.000 Mitgliedern in 750 Ortsgruppen kann der Verband in der Weimarer Republik wichtige Sozialgesetze mitgestalten, auf denen noch heute die Sozialgesetzgebung basiert.

Im Jahr der Machtübertragung an die Nationalsozialisten beschloss der Reichsbund zum 29. April 1933 die Auflösung seiner Organisation, weil ein aktiver Widerstand gegen die Diktatur Hitlers aussichtslos war. Mit diesem Schritt entzog sich der Reichsbund der weitgehenden Gleichschaltung von Politik, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Verbänden. Diese Entscheidung ermöglichte 1946 einen von der Vergangenheit unbelasteten und glaubwürdigen Neubeginn. Am 29. November 1946, nachdem die Vorbehalte der britischen Besatzungsmacht gegen Kriegsopferorganisationen ausgeräumt waren, wurde der Sozialverband Reichsbund in Hamburg ins Leben gerufen und am 23. Mai 1947 neu gegründet. … Zum 9. November 1995 erfolgt die Bekanntgabe der offiziellen Kurzfassung Sozialverband Reichsbund e.V. und zum 7. Oktober 1999 die Umbenennung in Sozialverband Deutschland e.V.  … “ (aus Wikipedia, Stand 22. Juni 2020)